Welttanztag – Workshop für Mittelalter-Begeisterte und die es werden wollen

004096„Alles hat seine Stunde, und es gibt eine Zeit für jegliche Sache unter der Sonne: … und es gibt eine Zeit zu tanzen”. So steht es in Prediger 3, einem der poetischen Bücher der Bibel.

Tanzen gehört nicht nur zum Mittelalter. Tanzen gehört zu jeder Lebenslage und zu jeder Epoche. Auf der Marienhöhe in Osterburken, im Museumspark für erlebbare Geschichte gibt es zum Welttanztag, am 29. April einen Workshop für alle, die historische Tänze lernen wollen. Und wer Lust hat, das Gelernte zu zeigen, der kann es zur Walpurgisnacht gleich einen Tag später vorführen.

004088Während des Mittelalters wurden Tänze allein durch praktische Weitergabe von Tänzer zu Tänzer überliefert. Die frühesten Tanznotationen stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Viele der älteren Tänze sind oft nur dem Namen nach bekannt. Vor der schriftlichen Aufzeichnung sind die Tanzformen oft nur aus ikonographischen Quellen, wie etwa Fresken, Gemälden, Zeichnungen, Buchillustrationen, Reliefs, evtl. auch Statuen und Figurinen bekannt. Im ausgehenden Mittelalter und der Frührenaissance wurden Tänze dann zunehmend von Tanzmeistern, teilweise in eigens dafür entworfenen Notationen festgehalten. Von Beginn der ersten schriftlichen Aufzeichnungen bis heute hat sich keine allgemein verständliche und von Theoretikern (Tanzwissenschaftler, Choreografen) wie Praktikern (Tänzern) gleichermaßen angewandte Tanznotation durchsetzen können. Aus diesem Grund muss man sich für jede Epoche, manchmal auch für jeden Tanzmeister bzw. Choreografen mit der entsprechenden Notation vertraut machen. Das Einarbeiten in die jeweilige Tanznotation erschwert nicht unerheblich die Rekonstruktion der Tänze, stellt aber für die meisten Quellen, vor allem wenn die Notation international verwendet wurde wie etwa die Wortkürzel-Notation des 15. Jahrhunderts oder die Feuillet-Notation zu Beginn des 18. Jahrhunderts, keine unüberwindliche Hürde dar.

004092Überhaupt nicht theoretisch und ganz ohne Vorkenntnisse der Geschichte oder der Notationen erlernt man das Tanzen beim Tanz-Workshop am 29 April in Adventon in Osterburken. Es geht um Schreittänze, so genannte Branles, um Traubentritt und Fasstanz also Tänze, die bei und nach der Arbeit der Ertüchtigung wie der Unterhaltung dienten und um solche, die die Feste der einfachen Menschen begleiteten. Angeleitet wird der Kurs von Monika Podzierski, die in zahlreichen Tanzkreisen zwischen Metz in Frankreich und Würzburg mitgewirkt hat. Die Musik kommt live von Silvia Geyer und Sepp Stengel. Mitmachen kann jeder. Einige wenige Plätze sind noch frei.

Anmeldungen unter info@adventon.de oder unter 06291-647910.

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