Grundsteinlegung und Handwerkertage

grundsteinlegungGrundsteinlegung im Museumspark Adventon, das Amorbacher Templerhaus dient als Vorlage des Torhauses. Außerdem Handwerkertage vom 8. bis 10 Mai.

Einen Muttertagsausflug nach Osterburken machen wird sich am kommenden Wochenende lohnen: Alle Tiere sind inzwischen wieder auf ihren Stammweiden, aller erwarteter Nachwuchs bei Schafen und Viehzeug ist da und in den Gattern, der letzte Siedler ist aus dem Winterschlaf und in Osterburken eingetroffen und große Dinge werfen Ihre Schatten voraus.

Das Templerhaus in Amorbach ist eines der ältesten Profanbauten Mainfrankens und sein Fachwerk zählt zu den ältesten Konstruktionen dieser Art in ganz Deutschland. Die älteste Abbildung des Turms stammt aus dem Jahr 1646 von Mathäus Merian und zeigt die typische Ansicht des Walmdachs. In Adventon, auf der Marienhöhe in Osterburken wird der Turm nachgebaut und mit mittelalterlichen Methoden neu erstehen.

Vertreter des ritterlichen Templer-Ordens waren im Amorbacher Templerhaus sicher niemals, ob Templer auch nur durch Amorbach gekommen sind, bleibt fraglich. Die Art des Turmhauses von Amorbach allerdings ist zeitweise typisch gewesen, wenngleich die Geschichte des Hauses wechselvoll war. In keiner Urkunde wird das Gebäude als Templerhof qualifiziert, vielmehr gehörte das Anwesen schon seit 1395 der Familie Rüden. Ursprünglich, so die Vermutung einiger Historiker, muss der Turm in seinem Mauerwerk aus Naturstein höher und später aus „politischen Gründen” mindestens um eine Etage abgetragen worden sein. In Osterburken wird es keine 1:1-Rekonstruktion geben, wie sie in anderen Nachbauten so oft behauptet wird, sondern eine Adaption, die ich auf die vermutete ältere Variante bezieht. Zwei Vollgeschosse in Natursteinbau, im unteren mit einem Torbogen aus behauenem Sandstein auf dem zwei weitere Geschosse in Fachwerk entstehen. Den Abschluss bildet ein hohes Walmdach, das die Besonderheiten der Amorbacher Bauweise widerspiegelt.

Stefan Bornemann, Bauunternehmer in historischen und ökologischen Angelegenheiten ist Maurer und Restaurator. Er kennt sich mit den historischen Baustoffen von Naturstein, Lehm und Kalk ebenso aus wie mit den entsprechenden Bautechniken in Lehm- und Fachwerkbau. Er ist selbständig und betreut einzelne Projekte im Museumspark. An zahlreichen Wochenenden in 2009 wird er den Bau vorantreiben.

Am Sonntag Nachmittag, 10. Mai erfolgt die Grundsteinlegung im Rahmen des Handwerkerwochenendes im Park. Außerdem am Handwerkerwochenende: Balken bebeilen mit den Zimmerleuten, Bauen am Wikingerhaus, Körbe flechten mit Christine Gröck, Lehmen am Backofen

Ein Kommentar zu diesem Beitrag

Ups habe länger gebraucht, aber das ist ja asbach urlat das Foto… Zwischenbau oder?

Von Holzdandler

Beitrag kommentieren