1. öffentliches Bürgermahl am 27. und 28. Juni
Ritteressen mit Folienkartoffel und Tomatensalat gehen irgendwie gar nicht, weiß der mittelalterlich interessierte Mensch inzwischen, schließlich geht der Mittelalterpark Adventon in seine 5. Saison und auch die Römer der Limesmuseen im Odenwald leisten entsprechende Aufklärung: Kartoffeln wie Tomaten kommen aus dem Amerikanischen und sind nicht so richtig römisch oder mittelalterlich.
Die bürgerliche Tafel
Die Menschen in den aufstrebenden Städten des 12. Und 13. Jahrhunderts wollten sich einerseits abgrenzen vom Adel auf den Burgen, aber doch den Glanz der Feste übernehmen. Sie brauchten ein Pendant zu den ritterlichen Gelagen und begannen zu den Festen mit Tafeln im Ratskeller und den Tavernen zu Kirchweih und Markttagen. Solche Tafeln dienten längst nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es ging auch darum zu zeigen, was man sich leisten konnte, es ging darum, Friedensschlüsse und Verträge zu besiegeln und auch um neue Allianzen zu benachbarten Städten zu schmieden.
Im Spießbürger der Marienhöhe findet anlässlich der Templertage eine lebendige Ausstellung zum Kochen im Mittelalter statt und dazu das erste öffentliche Bürgermahl. Am Samstag wie am Sonntag gibt es jeweils eine bürgerliche Tafel nach den Tischzuchten und Regularien des Mittelalters für rund 30 Personen. Die Teilnahme an der Tafel kostet 39 EUR pro Person und beinhaltet die gesamte Speisenfolge des 7-Gänge-Menues.
Der Vogt der Mittelalterstadt lädt zu den 7 Gängen an die reich gedeckte Tafel und erläutert diese. Die Knechte und Mägde warten bereits, den Gästen die Finger zu waschen, tischen Gemüsepastete auf und Huhn an Zimtsoße. Eierstäbchen auf Pilzmuß hat ganz sicher noch niemand der Gäste probiert. Habermuß, gefüllte Wachtel und Spanferkel vom Spieß mit Salbeitorttem, Erbsen und Rüben an Estragon sind nicht zu verachten. Das Dessert besteht aus Nussgezogenem und Hirsebrei mit Fruchtspiegel. Dazu gibt es Weine, Biere, Quellwasser, Met und Hochprozentiges nach dem Gusto der Tafelnden die beim samstäglichen Mahl ab 15.30 teilnehmen.
Der Sonntag ist eine Spur festlicher, erwartet man doch auch den ein oder anderen Vertreter aus dem öffentlichen Leben außerhalb der mittelalterlichen Stadt.
Musikalisch untermalt werden beide Tafeln von den Spielleuten Cantoris. Wer keine Karte mehr für die Tafel ergattert, kann alle Speisen und weiteres auch an den Stationen probieren. Die Vielfalt echter mittelalterlicher Speisen gibt es so nicht alle Tage, da der Aufwand und auch die Kosten erheblich sind. Wer sich einen Überblick verschaffen will, dem bleiben für dieses Jahr nur der 27. Und 28. Juni. Außerdem kann man an den Ständen natürlich auch direkt die Kleinigkeiten probieren. Der Buchladen des Museums hält eine große Auswahl an historischen Kochbüchern vor, aus denen auch ein Teil der Rezepte dieses Ausstellungswochenendes stammen.
Mehr zur Adventon-Koch-Arena im Internet unter www.adventon.de.




Kommentare zu diesem Beitrag
ich möchte sagenn es war tolll
Von ubesh
27. September 2009
18:08 Uhr
[...] Wochenende wurden an verschiedenen Stationen ein Bürgermahl gekocht. Ich durfte die Küchenhilfe für Claire sein. Bei uns wurde muos von pilze (Steinpilzmus), [...]
Von Doros Gedankensplitter » Blog Archive » … und Spaß für Jungs
10. Dezember 2009
12:55 Uhr
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