Historisches Schmieden und Modenschau

Pressemitteilung vom 14.07.2009

Schwarz ist das Handwerk der Schmiede, bunt, das sind die Stoffe der Schneiderinnen. Zusammen veranstalten sie ein Themenwochenende der Sinne: schwarz und bunt.

Klaus Finsterer ist Metallgestalter, gelernter Schlosser und der Schmied in Adventon. Ein Großteil der Werkzeuge von Beil und Axt über Beitel, Sense und Spaten bis zu Schaufeln und Türbändern stammen inzwischen von seinem Amboss. Bernd Linke ist ebenfalls Metallgestalter und Schlosser und in Adventon der „Kinderschmied”. Um die beiden herum gruppieren sich weitere Metallhandwerker am Wochenende vom 18. bis 19. Juli und zeigen die Verschiedenartigkeit der Tätigkeiten.

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Auch das Nägelhauen ist heute keine weit verbreitete Tätigkeit mehr für Metallgestalter. Spaten, Sensen, Sicheln und auch Äxte kommen für gewöhnlich aus Automaten. Bei Finsterer sind alles noch Einzelstücke, die besonderer Behandlung bedürfen. So müssen bestimmte Werkzeuge im Backofen auf Temperatur gebracht werden, damit sie gehärtet werden können.

Finsterer bietet in Adventon inzwischen zahlreiche Kurse und Workshops an. Bis aus Hamburg und der Schweiz kommen Museumspädagogen, um bei ihm das Schmieden zu erlernen. Mit Kindern hat er es freilich nicht so. Dafür kommt Bernd Linke aus Künzelsau immer wieder nach Adventon. Er hat die nötige Ruhe zum Schmieden auch dann noch, wenn die Horde von halbstarken Teens um ihn herum schreit und endlich auch an die Reihe will.

Wikinger auf einer Modenschau sind ebenfalls etwas Besonderes. Bis weit in das 13. Jahrhundert gab es Menschen verschiedener Volksgruppen des Nordosten, die sich so bezeichnet haben, auch wenn andere behaupten, sie seien mit der Schlacht von 1066 bei Hastings ausgestorben. Die Modenschau, die Astrid Schuster und Monika Wohlrab an diesem Event präsentieren zeigt zwar weit mehr, als nur Wikinger. Aber die hier auf dem Catwalk sich präsentierenden Wikinger haben alle Ausrüstungsgegenstände selber gemacht. Diplom-Informatiker Florian Eibeck näht nicht nur seine Tunika und Umhänge selber, er kardiert die Wolle, die seine Frau verspinnt und selber verwebt.

Auch der Finanzbeamte Stefan Englert gerbt die Felle und das Leder für seine Taschen, Schuhe, Gürtel und Rucksäcke selbst. Timo Diem ist Maschinenführer und Mitglied der Museumstheatertruppe „Die Reisecen e.V.”. Er präsentiert seine komplett selbst gefertigte Ausrüstung eines Agricolas, eines einfachen Bauern des 12. Jahrhunderts.

Monika Wohlrab und Astrid Schuster, die Schneiderinnen für museale Darstellungen, fertigen die weitaus meisten Gewandungen für die Aktiven der darstellenden Szene. Sie geben Kurse, fertigen auf Maß und geben im Verlag für erlebbare Geschichte Schnittmustersammlungen für Selbermacher heraus.

Schmieden, eine Modenschau, Musik mit den Spielleut von Adventon, eine Modenschau und eine Führung zum Thema Nutzpflanzen im Mittelalter ist zu sehen am 18. und 19 Juli im Living-History-Museum Adventon in Osterburken von jeweils 11 bis 18 Uhr.