Saisonauftakt in Adventon

Museumspark öffnet seine Pforten nach Winterpause am 3. April – Wikingerlanghaus steht am ersten April-Wochenende im Vordergrund.

Adventon. Ein bisschen wie Stonehenge wirkt das Konglomerat aus Eichenpfählen, die im Lehmgrund stecken und einigen darauf aufliegenden ziemlich große Balken. Alles wirkt nicht so richtig gerade, eher krumm, aber irgendwie ganz und gar nicht schief.

Von weitem sieht man die aufragenden Stämme vor dem grünen Dach des Grubenhauses, wenn man die neue Umgehung von Osterburken Richtung Autobahn fährt. Die Eichen stammen aus dem „Borkemer Forst“ sagt Carlo Wolf, der wikingische Leiter der Baustelle. Er ist von Hause aus Schreiner für Bau und Möbelarbeiten und hat hier seinen Traumjob gefunden. Natürlich kann er nicht alleine das Wikingerhaus erstellen. Am Eröffnungswochenende vom 3. bis 5 April treffen sich wie künftig an jedem ersten Wochenende im Monat die Freiwilligen und Wikinger, um die nächsten viele Hundert Kilogramm schweren Pfosten zu setzen und die Rähme zu behauen.

Mit dabei sind auch Florian Eibeck, Diplom Informatiker und seine Frau Sabine, im bürgerlichen Beruf Lehrerin und in Würzburg daheim. Außerdem Stefan Englert, Finanzbeamter aus Hardheim und der Bauherr des wikingischen Grubenhauses gleich neben dem künftigen Langhaus, und viele mehr.

In alter Zeit hatte man im Wesentlichen zwei Techniken, die schweren Rähmbalken auf die Ständer zu bekommen. Eine davon war das langsame Aufbocken über aufwändige Konstruktionen, wie sie beim Bau des Spaltbohlenhauses des Adventon-Wagners gezeigt werden. Die zweite Methode ist die über einen einfachen aber hilfreichen Dreibockkran. Mindestens sechs erwachsene Männer sind dabei nötig, um das fertige Rähm in seine Position zu hieven. Dabei stammen nur die Halteseile vom Adventon-Seiler. Aus Sicherheitsgründen werden die Zug- und Halteleinen aus Naturseil, die das Gewicht über die Rollen lenken, aus der Industrieproduktion verwendet. Diese Seile sind zertifiziert und haben eine genormte Tragfähigkeit. Sehr gewagt, das wissen die Beteiligten, ist die Hoffnung, dass bis zum Wikingertreffen im Herbst Richtfest begangen werden kann.

Wie genau man mit Breitbeilen aus Rundholz ein Kantholz, Ständer, Rähm und Sparren fertigt, wie ein Dreibockbund geknotet oder gelegt und der Kran beim Bau eingesetzt wird, das erleben die Besucher vom 3. bis zum 5. April und darüber hinaus an jedem ersten Wochenende im Monat im Museumspark für lebendige Geschichte in Adventon.

Mehr Informationen auf adventon.de und ulvengard.de.

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