Die Siedler e.V. – Förderverein von Adventon

Erlebbare Geschichte

Geschichte bildet die Grundlage der in jedem Menschen angelegten Frage nach dem „Woher“ der eigenen Person, der Familie und der Gesellschaft. Zur Förderung und Umsetzung der Einsicht, dass die Geschichte des frühen Europa bis in die Neuzeit hinein nicht nur in Daten und Fakten, in Literatur, in Museen und Archiven, sondern insbesondere in seinem Erlebbarmachen bei Veranstaltungen von historischen Festen und Spielen erhalten werden muss, wurde „Die Siedler e.V.“ 2005 gegründet. Handel, Handwerk und Sozialisation sollen dabei gleichwertig neben Architektur, Kunst und Kultur in lebendiger Darstellung dem Publikum nahe gebracht werden. Dabei missversteht man immer wieder gerne den Begriff des Spielens im Sinn von Herumspielen, von unnötig bis unsinnig und wenig wissenschaftlich. Wir verstehen Spielen im entwicklungspsychologischen, kulturanthropologischen pädagogischen und wirtschaftlichem Sinne von Lernen, Begreifen, Ausprobieren. „Durch spielerisches Experimentieren kamen vermutlich ebenso viele Durchblicke zustande wie durch planmäßiges Abarbeiten vorgegebener Programme.“ (Werner Winkler, Probleme schnell und einfach lösen, ISBN 3-636-07001-0, S. 170)

Wofür ein Förderverein?

Adventon ist so eine Spiel-Stätte. Ein Ort, an dem man Eintauchen kann in andere Zeiten, in Erlebniswelten und Zusammenhänge unter Zuhilfenahme performativer Elemente statt ausschließlich in Vitrinen versteckter „hands off“-Exponate. Ein wenig Erlebnispark, eine Spur gläserner Produktion und ganz viel Geschichte, ganz viel Anfassen, ganz viel Erfahrung. Die Siedler e.V. unterstützen diese Arbeit des Parks, der ohne Fördermittel aus Bund, Land, EU etc. auskommt und auskommen will. Förderitis durch öffentliche Hände führt zu Sinnentleerung, Verschwendung und Überteuerung statt zu Wissensdurst, Kreativität und … Spiel.

Sie wollen ja nur spielen?

Adventon stellt Vereinen und Gruppen, interessierten Experimentalarchäologen, Reenactors, living historians und dem Förderverein das Gelände, die Spiel-Wiese, die Möglichkeit zur Verfügung, die Ziele solcher Arbeit zu verwirklichen.

Wo könnte man sonst „versuchen“ ein Haus zu bauen wie bei den Wikingern? Versuch macht „kluch“! Wo sonst kann man einen Feldbrand immer und immer wieder probieren! Trial and error! Wo sollte man sonst historische Haustierrassen extensiv halten, beobachten und auch verwerten? Nur was nützt, wird erhalten! Wo könnte denn noch ein Schmied, Seiler, Wagner oder Töpfer von Repliken leben? Ein Ort, wo Gäste auch Kunden sind und Handwerker nicht Marktfahrer sein müssen.

Die Alternativen sind schwerfällig, abhängig von Bürgermeistern, Legislaturperioden und/oder Fördertöpfen. Adventon speist sich ausschließlich aus den Einnahmen der Menschen, die Adventon besuchen und freiwillig kommen. Niemand wird gezwungen, über Steuern das Projekt mitzufinanzieren. Im Gegenteil, das Projekt sichert Arbeitsplätze, bildet aus und zahlt selber Steuern. Seine Gesellschafter sind Privatpersonen und der Förderverein.

Und konkret?

Der Förderverein der Siedler veranstaltet alljährlich den Tag der offenen Tür. Am ersten April-Wochenende stellen sich die Gruppen, Vereine, Handwerker und Aktiven des Vereines vor. So gibt es bei den Siedlern die Musikanten und Spielleute, eine Theater-AG und eine Tanz-AG, einige interessieren sich besonders für Tiere und historische Nutztierrassen, andere für Kräuter und Gartenbau. Viele Möglichkeiten, wo auch Sie vielleicht mitwirken wollen.

Der Welttanztag, der von den Vereinten Nationen für den 29. April ausgerufen wurde wird in Osterburken alljährlich von den Siedlern ausgerichtet. Man lernt gemeinsam Tänze zu Live-Musik und wer Spaß daran hat, kann am folgenen Tag bei der Walpurgisnacht schon seinen ersten öffentlichen Auftritt haben. Die Musikinstrumente für die Kurse und Workshops und die Kindergruppen finanziert der Förderverein genauso wie die Gewandungen des Chors. Die Pflege der alten Obstsorten und die Anlage von Gattern für die historischen Tierrassen fördert der Verein. In 2010 begann der Verein mit den Pflasterarbeiten am Brunnen.