Ernte und Backofenfest – Endrunde der Bowhunterliga des DFBV, Erntefestessen und Harfenkonzert

10. und 11. Oktober: Ein letztes Aufbäumen des Sommers erwartet man zum zweiten Oktoberwochenende in Osterburken. Während sich die Mittelalterlichen und Ehreanamtlichen im Museumspark der Ernte und der Verarbeitung von Getreide, Früchten und Obst widmen, lädt der Deutsche Feldbogen Sportverband zur Finalrunde seiner Bowhunterliga auf die Marienhöhe.

Seit Urzeiten danken die Menschen für „die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit” ihren Göttern. Was die Natur hervorbringt, wird als Gottesgeschenk betrachtet. Seit Jahrtausenden wird dieser Dank zu einem Fest, aus dem bei den Christen das Erntedankfest wurde. Fest und Feier zu Erntedank haben zwei verwandte Quellen: So lange sich der Mensch als Teil einer göttlichen Schöpfung begreift, wird er Teile dieser Schöpfung, wie z.B. seine Nahrung aus Ackerbau und Viehzucht, auf Gott zurückführen und sich zu Dank verpflichtet wissen. Dies gilt vor allem dann, und dies ist die zweite Quelle, wenn sich der Mensch als abhängig vom Naturkreislauf erfährt, in den die Nahrungsgewinnung eingebunden ist. Der Abschluss der Ernte bot darum immer Anlass zu Dank.

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Der Monat, in dem wir Erntedank feiern, hieß früher Holzmonat (ahd. witumanot), Herbstmonat (ahd. herbistmanot), Havermaent oder Herbstsaat. Die Namen deuten die Vorbereitung auf den Winter an: Holzvorräte müssen angelegt, die Wintersaat ausgebracht werden. Die Bezeichnung September, die im Mittelhochdeutschen schon nachweisbar ist, leitet sich von der Zahl sieben ab, lat. septem. Im altrömischen Kalender (156 vor Christus; Beginn des Jahres: 1. März) war dies der siebte Monat. Als Julius Cäsar den Kalender reformierte (56 vor Christus; Beginn des Jahres: 1. Januar) blieb der Monatsname erhalten, auch wenn der Monat seitdem an neunter Stelle steht.

Ernte & Backofen

Auch in Adventon bereitet man sich auf den Winter vor und feiert Erntedank. Holz wird gehauen, Kerzen gezogen, gebacken, gemostet, Wein angesetzt und Schnaps gebrannt. Der Metzger versorgt das Vieh, damit Würste und Schinken in die Kammern kommen. Zu jedem Erntefest gehören auch Festessen und Tanz und so gibt es auch im Spießbürger ein entsprechendes Bürgermahl am Freitag vor Erntedank, dem Ernte- und Backofenfest. In alten Zeiten sind diese Erntefeste durch die Gutsherren entstanden, die alle Mägde und Knechte mit Erntebier und festlichem Essen bewirteten. Vorausgegangen war die Übergabe der Erntekrone oder des Erntekranzes. Wo die letzten Garben zu einem Erntekranz gewunden und auf den Hof gebracht wurden, war es manchmal auch üblich, diese Getreidebüschel vor Weihnachten einzusammeln. Die Ähren wurden zu einer Garbe zusammengebunden und als Weihnachtsgarbe für die Vögel auf einer Stange – oft vor der Kirche – aufgesteckt. Der Weihnachtsfriede bezog in einer ganzheitlich denkenden Zeit auch die Natur und besonders die Tiere mit ein (Lüttenweihnacht). Für die Garben ist Timo „Agricola“ verantwortlich. Er ist der Landmann in Adventon und sorgt schon jetzt für die neue Aussaat.

Der Köhler Holger Lauerer und seine Frau Beate die Filzerin erichteteten seit Juni diesen Jahres um das inzwischen fertig gestellte Backhaus von Adventon eine Reihe von Backstellen und Öfen an Hand derer man sich auf eine Reise durch die Geschichte des Brotes von der Steinzeit bis ins Mittelalter machen kann.

Beginnend mit einem Backstein, einer Herdplatte auf der seit der Steinzeit Aschebrot und Aschekuchen gefertigt werden, über zwei hebräisch/ägyptische Öfen für gesäuertes und ungesäuertes Fladenbrot, einem römischen Hausbackofen und bis hin zum Lehmgewölbeofen mit Dauerbefeuerung und schlussendlich dem Backhaus von Adventon wird dabei die Geschichte des Backens ganz greifbar und lebendig.

Auf allen Öfen wird während der Veranstaltung am10. und am 11. Oktober Brot gebacken und zum Verzehr angeboten. Am einen Ofen darf man probieren, am anderen kann man Brotlaibe erstehen, an einem dritten gibt es Apfelkuchen oder einfache Fladen.

Dabei widmen sich die Darsteller der Geschichte auch intensiv den verschiedenen Gährungsmethoden, dem Herstellen von gesäuerten und ungesäuerten Broten und der Verwendung historisch belegter Backrezepte.

Bowhunterliga

Der Deutsche Feldbogen Sportverband lädt am gleichen Wochenende zu seinem Finale der Bowhunterliga nach Osterburken. Zwischen 100 und 250 Teilnehmer werden zu diesem Finale erwartet. Am ersten Tag haben die Teilnehmer eine erste Doppelhunter bzw. Zwei-Pfeil-Runde mit 28 3D-Zielen im Parcour zu absolvieren. Am zweiten Tag starten alle Stilarten und Klassen in denen nur 5 oder weniger Teilnehmer starten, eine zweite Doppelhunter bzw. Zwei-Pfeil-Runde mit 28 3D-Zielen im Parcours. Die Besten je Stilart erhalten den Bowhunterliga-Patch, in Gold/Silber/Bronze nach den Regeln der 7.1.6 V – SpO DFBV (ohne Limits). In Stilarten und Klassen in denen 6 oder mehr Teilnehmer starten, nehmen alle Bewerber an der Ausscheidungsrunde vor Publikum teil. Die 3 Besten je Stilart erhalten den Bowhunterliga-Patch, in Gold/Silber/Bronze. Für die Gästeklassen gilt an beiden Tagen eine Doppelhunter bzw. Zwei-Pfeil-Runde mit 28 3D-Zielen im Parcours.

Erntefestessen und Konzert

Am Freitag findet im Spießbürger der Marienhöhe und dem Motto Tafeln Trinken Tanzen ein Bürgermahl als Erntefestessen statt. Von den 70 möglichen Plätzen sind bereits über 50 fest gebucht, so dass sich Interessenten für das vierstündige Festmahl mit der Reservierung beeilen müssen. Durch das Programm führt André Petzold mit Tanz und Musik von Cantoris, die beim samstäglichen Konzert ab 18 Uhr die Vorgruppe von Jonny Robels geben, der mit seiner Harfe ein zweigeteiltes Programm in keltischer Harfe bietet. Stücke aus Frankreich, England und von Weltmusik gibt es ebenso zu hören wie Interpretationen von Liedgut durch die Jahrtausende. Höhepunkt und allseits erwartet werden seine Parodien und Neueinspielungen von „Hotel California“ über Grönemeyer bis Abba sein.

Am Ernte- und Backofenfest ist der Park jeweils ab 11 Uhr, Startnummern für die Bowhunterliga sowie Reservierungen für Bürgermahl und Konzertkarten im Vorverkauf gibt es auf der Marienhöhe in Osterburken, Rufnummer 06291-647910 oder unter info@adventon.de.

Kommentare zu diesem Beitrag

[…] eigenes Erntefest sah dann so […]

Von Doros Gedankensplitter » Erntefest

[…] eigenes Erntefest sah dann so […]

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